Die Teufelsdämmerung markierte einen besonderen Meilenstein in der Geschichte von TST Germany. In einem Vorort von Hannover trafen wir uns, um genau zur Jahreswende von 2024 auf 2025 nicht nur ein Ritual zu begehen, sondern auch die offizielle Gründung von TST Germany als eingetragenen Verein zu vollziehen und die gemeinsam erarbeitete Vereinssatzung zu verabschieden. Zwar bestand TST Germany zu diesem Zeitpunkt bereits seit gut zweieinhalb Jahren als offizielle Congregation von The Satanic Temple, doch erst mit der Vereinsgründung erhielt unsere Gemeinschaft auch eine deutsche Rechtsform.
Nach einem gemeinsamen Festmahl begann das Ritual, das sich an den drei Nornen Urd, Verdandi und Skuld orientierte – den Schicksalsgestalten der nordischen Mythologie, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verkörpern. Persönliche Gegenstände und Geschichten machten sichtbar, woher jede und jeder Einzelne kam, bevor Meditation und symbolische Handlungen den Blick auf das Hier und Jetzt richteten und den Zusammenhalt der Gemeinschaft stärkten.
Mit dem Jahreswechsel wandte sich das Ritual der Zukunft zu. Vorstand und Satzung wurden demokratisch bestätigt, gemeinsame Ziele formuliert und schließlich in einem Feuerritual symbolisch vereint. Unsere niedergeschriebenen Worte wurden zu Asche, die Asche zu einer Salbe – Sinnbild dafür, dass aus vielen einzelnen Gedanken etwas Größeres entstehen kann.
Den Abschluss bildeten die Salbung aller Anwesenden, die gemeinsame Rezitation der Invocation, die Unterzeichnung der Gründungsdokumente und die Übergabe von Erinnerungsringen. Der eindrucksvollste Moment war jedoch der Kreis, den wir am Ende bildeten: Gezeichnet mit der Asche unserer gemeinsamen Intention, einander stützend und getragen von einer Stimme, die aus vielen Kehlen wie aus einer einzigen erklang.
Autor: Citoyen Jan Beltzamer
